Landeskirchliche Gemeinschaft Springe

Engel oder Bengel - Wenn ich den schon sehe ...

Trotz des Themas „Wenn ich die schon sehe“ mit Marion Buchheister wagten sich viele Frauen zum zweiten Frauenfrühstückstreffen in diesem Jahr. Offensichtlich scheuten sie nicht das Risiko, dort jemanden zu treffen, den sie vielleicht nicht unbedingt schon wieder sehen wollten.

Anhand der Gegensatzpaare Engel und Bengel, Sitzer und Flitzer oder Wager und Zager wurde verdeutlicht, dass in dieser Typisierung Wesenszüge in einem selbst zu finden sind oder aber in dem jeweiligen Gegenüber, was dann wiederum anziehend wirken oder aber Ablehnung hervorrufen kann.
Sympathisch findet man den Menschen, der einem gut tut, der einen bestätigt und ergänzt, bzw. an positive Menschen erinnert. Eine Antipathie entwickelt sich gegenüber jemandem, der einem ähnlicher ist, als einem lieb ist. Auch wenn man in Frage gestellt oder an Menschen erinnert wird, die einem übel mitgespielt haben, reagiert man mit Aversionen.

Nach dieser Analyse erhebt sich natürlich die Frage, ob man Antipathie hinnehmen muss oder ob man sie überwinden kann. Dazu erläuterte Frau Buchheister vier mögliche Umgehensweisen:

1. Antipathie kann sich verringern, je mehr man den Tyrannen in sich selber erkennt und sich eingesteht, dass man auch nicht makellos ist. Dann kann man den anderen auch anders sehen und bewerten. So fragt Jesus in der Begegnung mit der Sünderin nach der Schuld der sie anklagenden Männer: Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein. Wir kennen den Ausgang dieser Begebenheit.

2. Aversionen können sich vermindern, wenn man sich eingesteht, was man immer bei sich selbst unterdrückt und nicht wagt zu tun. Der andere jedoch macht es einfach und in einem selbst wächst der Neid. Hierbei kann helfen, sich den Neid einzugestehen, ebenso die Gründe für das eigene Unterdrücken der entsprechenden Wünsche oder Verhaltensweisen, mit Gott über diese Problematik ins Gespräch kommen und die Realität erkennen.

3. Aversion wird kleiner, wenn Verletzungen aus der Vergangenheit erkannt und erinnert werden, wenn Aussprache darüber mit dem Verursacher oder mit einer vertrauten Person darüber erfolgen kann. „Erinnertes verliert die Macht über uns, vor allem wenn ich es Gott sage.“

4. Antipathie schrumpft, je sympathischer man sich selbst ist, wenn man durch Selbstannahme frei wird in der Begegnung mit dem anderen. Wer sich von Gott geliebt weiß, mag sich selbst und auch den anderen. „Gott liebt alle und auch uns Normalverbraucher.“

In zweifacher Hinsicht gestärkt, konnten nun die Frauen den nächsten Begegnungen des Tages zuversichtlich entgegen sehen.

Bericht: Gudrun Fleczoreck, Springe
(06. November 2010)