Wer nicht glaubt, glaubt auch ...
... lautete das Thema des MännerMeetings mit Jürgen Paschke im März. Hinter der Aussage "Ich glaube nicht" distanziert sich jemand vom Glauben, und zwar im allgemeinen vom Glauben an einen christlichen Gott. Aber dabei wird leicht übersehen, dass "glauben" nicht das Synonym von "nicht wissen" ist, sondern dass "glauben" ganz viel mit "vertrauen" zu tun hat.
Täglich glauben wir unzählige Dinge: Dass die Bremsen im Auto funktionieren und die anderen wissen und beachten, was die Verkehrzeichen regeln, dass die Gasleitung dicht ist und dass auch morgen Wasser aus dem Wasserhahn kommt, dass der Statiker den Fussboden und das Dach richtig berechnet hat und dass der Tischler ordentliche Arbeit geleistet hat, wenn wir uns auf einen Stuhl setzen.
Ohne Glauben wäre unser Leben gar nicht möglich, denn wir können nicht alles selbst kontrollieren und uns gegen alles absichern. "Glauben" ist eine Grundfunktion des menschlichen Lebens. Sagt jemand "Ich glaube nicht", haben wir schon eine Fülle von Gesprächsstoff.
Wenn also schon unser ganz kleines tägliches Leben von uns so viel Glauben erfordert, dann stellen sich für das Leben als Ganzes drei entscheidende Fragen:
1. Woher komme ich?
2. Wohin geht es mit mir?
3. Wozu lebe ich?
Diese Fragen muss jeder für sich eines Tages beantworten. Und beim Beantworten merken wir, dass wir uns auf ein Feld begeben, das wir selbst nicht mehr in der Hand haben oder kontrollieren könnten. Einer Antwort, die wir geben, müssen wir vertrauen oder eben glauben.
Als Christen dürfen wir diese Antworten an Gott binden, der uns in seiner Liebe und Zuwendung in Jesus Christus begegnet. Nicht glauben hat als alternativ nur das "Nicht - Dagegen - Nichts" als Antwort zu bieten, was alles andere bedeutungslos macht, in letzter Konsequenz auch den Menschen und das Leben bedeutungslos macht. Das zu glauben finde ich unglaublich schwer.
Bericht: Gerd Gennat, Völksen | Fotos: Hartmut Ehlers, Völksen
(05. März 2011)



